Eterna 7 20 039 Verso

Eterna 7 20 039 Verso

1 janvier 1958
Disques ETERNA
René Gagnaux

**Johann Sebastian Bach, Partita Nr. 6 in e-moll BWV 830, Hélène Boschi, ETERNA 7 20 039

Pour l'enregistrement voir http://www.notrehistoire.ch/audio/view/1191/** **Le texte de ce verso de la pochette:

Johann Sebastian Bach, Partita Nr. 6 e-moll BWV 830

In den Jahren, in denen Johann Sebastian Bach Hofkapellmeister des Fürsten Leopold von Anhalt in Köthen war, entstanden viele seiner Klavierkompositionen, wie die Inventionen und Sinfonien, der 1. Teil des Wohltemperierten Klaviers und die Französischen und Englischen Suiten. Fast alle diese Werke schrieb Bach für die Unterweisung seiner Schüler. Es war zur damaligen Zeit nichts Außergewöhnliches, daß aus solch einem alltäglichen Anlaß Kompositionen entstanden, aber wohl niemals wieder sind Lernende mit so genialen Unterrichtsstücken bedacht worden. Als Bach dann im Jahre 1723 das Amt des Thomaskantors in Leipzig übernahm, blieb ihm vorerst nur wenig Zeit, sich neben der allsonntäglichen Pflicht der Kantatenkomposition für den Gemeindegottesdienst auch anderen Werkgattungen zu widmen. Doch da sein Vorgänger im Thomaskantorat, Johann Kuhnau, auch ein beliebter Klavierlehrer gewesen war, ergaben sich für Johann Sebastian Bach neue Aufgaben. Und da ihm zudem der Ruf eines hervorragenden Klavierspielers vorauseilte - von allen, die ihn gehört haben, ist sein Spiel gelobt und bewundert worden, denn "unter seiner Hand sprach jedes Stück gleichsam wie eine Rede" - so versammelte er auch hier bald wieder zahlreiche Schüler um sich.
Die ersten Klavierkompositionen, die in Leipzig entstanden, sind die sechs Partiten. Sie erschienen einzeln in den Jahren zwischen 1725 und 1731 um die Zeit des Weihnachtsfestes: man nimmt aber an, daß sie alle schon 1725 niedergeschrieben wurden, da die 3. und 6. Partita bereits im zweiten Notenbuch der Anna Magdalena von 1725 stehen. Im Jahre 1731 vereinigte Bach sie dann in einer Ausgabe, die den Titel trägt: .,Clavir-Übung bestehend in Präludien Allemanden, Cauranten, Sarabanden, Giguen, Menuetten, und anderen Galanterien: denen Liebhabern zur Gemüths Ergoetzung verfertigt von Johann Sebastian Bach Hochfürstl. Sächsisch-Weißenfelsischen würcklichen Capellmeistern und Directore Chori Musici Lipsiensis Opus 1. In Verlegung des Autoris. 1731. Leipzig, in Commission bey Boetil Seel. hinderlassener Tochter, unter den Rath-hause".
Die Bezeichnung 'Klavierübung', die Bach gleichsam als ehrfurchtsvolle Verbeugung vor seinem Amtsvorgänger Kahnau übernahm, ist oftmals mißverstanden worden, indem man sie als reines Studienwerk ansah. Aber auch das Italienische Konzert und die Goldberg-Variationen, wie die Partiten Werke der reifsten und vergeistigsten letzten Schaffensperiode des Meisters, wurden unter diesem Titel veröffentlicht.
Der Name 'Partita' - auch hierin tat Bach es Kuhnau gleich - ist das italienische Wort für Suite, eine Folge von Tanzsätzen. Um 1700 gehörte diese zu den beliebtesten Formen der Hausmusik des Bürgers. Den Ausgangspunkt der Suitenentwicklung muß man in dem einfachen Zusammenstellen zweier im Takt kontrastierender Tänze suchen. Solche Kombinationen - die häufigste war die der Pavane und Gaillarde - erschienen schon während des ganzen 16. Jahrhunderts. Man begnügte sich dann aber bald nicht mehr mit der Zusammenstellung von zwei Tänzen, sondern reihte auch drei oder mehrere aneinander. Eine sinngemäße Anordnung der Tanzsätze wurde meistens außer Acht gelassen, da man mit der selbständigen Wahl der Ausführenden rechnete.
Der Begriff 'Suite' in seiner eigentlichen Bedeutung als einfache Folge von Stücken hat sich im Laufe der Jahre gewandelt. Die Clavecinisten des 17. Jahrhunderts z. B. wollten ihre Überschriften 'Suites de Clavecin' nur als Aufeinanderfolge einzelner Stücke gedeutet sehen, denn oftmals gaben sie ihren Kompositionen auch den Titel 'Pièces de Clavecin'. In Deutschland nahm die Entwicklung der Suite einen anderen Weg als in Frankreich. Hier bildete sich die klassische 'Suitenfolge' heraus: Allemande, Courante, Sarabande und Gigue, und seither verbindet sich der Begriff 'Suite' mit der Vorstellung einer nach bestimmten Prinzipien gestalteten zyklischen Einheit. Neben und mit dieser Entwicklung lief auch die Umwandlung der einzelnen Tänze. Die alten Formen der Pavane, Gaillarde und Intrada mußten der Allemande und Courante und der aus Spanien und England stammenden Sarabande und Gigue das Feld räumen. Später kamen dann noch die modischen Hoftänze Ludwig XIV., wie Menuett, Gavotte, Bourrée u. a., dazu. Etwa um 1740 mußte die bis dahin so beliebte Suite dann sehr schnell der Sonate den ersten Platz in der Hausmusik einräumen.
Zuvor aber hatte die Suitenkomposition in den Partiten Johann Sebastian Bachs ihre Krönung erfahren. Sie zählen zu den wenigen Werken, die zu seinen Lebzeiten im Druck erschienen. Er konnte sich den Luxus einer Veröffentlichung und die Mühe des Kupferstiches nur in ganz seltenen Fällen erlauben und wählte deshalb nur Kompositionen, von denen er überzeugt sein konnte, daß sie Kennern und Liebhabern gleichermaßen gefallen mußten. Natürlich waren auch seine ungedruckten Werke in weiten Kreisen bekannt, sie wanderten durch Abschriften von Hand zu Hand. Von den Partiten berichtete Forkel, der erste Biograph Bachs: "Dieß Werk machte zu seiner Zeit in der musikalischen Welt großes Aufsehen; man hatte noch nie so vortreffliche Clavierkompositionen gesehen und gehört. Wer einige Stücke daraus recht gut vortragen lernte, konnte sein Glück in der Welt damit machen; und noch in unserem Zeitalter wird sichh ein junger Künstler Ehre damit erwerben können, so glänzend, wohlklingend, ausdrucksvoll und immer neu sind sie."
Sind die Partiten in ihrer Gesamtheit die Krönung des Bachsehen Suitenwerkes, so ist wiederum die letzte der Partiten der Höhepunkt dieses Zyklus. Eine breit angelegte Toccata - der Mittelteil ist eine Fuge - steht am Anfang der Partita. Ihr folgen eine polyphon gearbeitete, rhythmisch markante und kraftvolle Allemande und die durchsichtig gesetzte, leicht dahinfließende Courante. Vor der pathetischen, mit reichen Verzierungen versehenen Sarabande steht ein heiteres Air. (Nur zweimal, nämlich hier und in der 4. Partita durchbrach Bach das sonst immer streng eingehaltene klassische Suitenschema, indem er ein frei erfundenes Charakterstück vor die Sarabande einschob.) Auch der nächste Satz, Tempo di Gavotta überschrieben, zeigt die weitgehende Stilisierung der Tanzsätze, in diesem Falle sogar eines Modetanzes. Eine kühne und bewegte, fugiert gesetzte Gigue beschließt die Partita. Sieglinde Strüben

Pour l'enregistrement voir http://www.notrehistoire.ch/audio/view/1191/**

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René Gagnaux
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11 novembre 2012
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